Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Aktuelles aus der Gesundheitspolitik

07.09.2017

Hermann Imhof, Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung: pflegende Angehörige sind die Stütze des Pflegesystems

Anlässlich des bundesweiten Aktionstags „Pflegende Angehörige“ am 8. September würdigt Imhof das große Engagement pflegender Angehöriger.

 

Über 70 % der anerkannt Pflegebedürftigen werden zuhause betreut – durch Angehörige, ambulante Pflegedienste oder eine Kombination beider Versorgungsarten.

„Pflegende Angehörige verdienen nicht nur an diesem Tag unseren uneingeschränkten Dank und Respekt. Sie erst ermöglichen es, dass dem Willen der meisten Pflegebedürftigen, so lange wie möglich in vertrauter Umgebung leben zu können, auch tatsächlich entsprochen wird. Dabei stellen sie vielfach eigene Bedürfnisse hintenan“ so Imhof.

 

Imhof hatte Anfang September letzten Jahres 250 pflegende Angehörige in den Bayerischen Landtag eingeladen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, Ihre Anliegen und Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen. Aufgezeigte Probleme hat er als Handlungsauftrag angesehen.

 

„Entscheidend für pflegende Angehörige ist es, selbst Entlastungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Nur so können sie langfristig ihre persönlichen Ressourcen erhalten“ ist sich Imhof sicher. „Eine ausreichende Zahl an Kurzzeitpflegeplätzen ist dabei zwingend. Nur wenn pflegende Angehörige schnell und unkompliziert ihre Pflegebedürftigen gut versorgt wissen, können sie auch an sich selbst denken“. Imhof hat deshalb im Juni 2017 erreicht, dass das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege in Zukunft den Ausbau von Kurzzeitpflegeplätzen finanziell unterstützen wird.

 

Für genauso wichtig hält Imhof die Möglichkeit, dass Pflegebedürftige bzw. ihre Angehörigen auf Unterstützungsangebote im Alltag zurückgreifen können. Seit Januar 2017 steht Pflegebedürftigen aller Pflegegrade, die ambulant gepflegt werden, ein Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich zu. Damit können u.a. haushaltsnahe Dienstleistungen wie Wäsche- oder Blumenpflege, Fahrten zum Arzt oder zum Supermarkt oder die Hilfe bei der Korrespondenz mit Behörden und Versicherungen gezahlt werden. „Eine flächendeckende und ausreichende Versorgung mit Dienstleistern ist noch nicht gewährleistet. Der gesetzliche Anspruch kann in vielen Fällen noch nicht wahrgenommen werden. Hier muss nachjustiert werden“ klagt Imhof.

 

Imhof sieht weiteren Handlungsbedarf im Bereich der Vereinbarkeit von Pflege und Berufstätigkeit. „Hier bin ich mit vielen Arbeitgebern im Gespräch, um auf das Problem aufmerksam zu machen und Lösungsmöglichkeiten auszuloten.“

 

Imhof wird die Ergebnisse seiner Bemühungen bei einem weiteren Bayerischen Tag der pflegenden Angehörigen im Jahr 2018 vorstellen.