Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Anspruch auf Medikationsplan

Ab dem 1. Oktober 2016 haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf einen Medikationsplan, wenn sie regelmäßig drei oder mehr Medikamente einnehmen. Im Medikationsplan sind alle verschreibungspflichtigen Medikamente aufgelistet, und soweit dem Arzt bekannt, auch die Selbstmedikation des Patienten. Aufgeführt werden unter anderem der Wirkstoff, die Dosierung, der Einnahmegrund sowie sonstige Hinweise zur Einnahme. Die Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplanes geschieht durch den Arzt, der den Patienten schwerpunktmäßig betreut. In der Regel ist das der Hausarzt. Falls der Patient sich nur in fachärztlicher Behandlung befindet, übernimmt dieser die Aufstellung des Medikationsplans.

Der Medikationsplan ist für ältere oder chronisch kranke Patienten eine große Hilfe, denn sie können auf einen Blick sehen, wann sie welches Medikament in welcher Menge einnehmen sollen. Einnahmefehler können dadurch vermieden werden.

Bei Neuverordnung weiterer Medikamente können durch den Medikationsplan gefährliche Wechselwirkungen vermieden werden.

Zur Aktualisierung des Medikationsplans ist der Arzt verpflichtet, der den Plan erstellt hat. Auf Wunsch des Patienten können auch Apotheker den Plan aktualisieren.

Der Medikationsplan wird zunächst auf Papier erstellt, ab 2018 soll er zusätzlich auch auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert sein, wenn der Patient dem zustimmt.
Grundlage für die Einführung des bundesweit einheitlichen Medikationsplans ist das E-Health-Gesetz, das zum Ende letzten Jahres in Kraft getreten ist.

Patientenrechte

Patientinnen oder Patienten wissen häufig nicht, welche Rechte sie gegenüber Ärzten und sonstigen an der Behandlung beteiligten Personen besitzen.

Patientenrechte

Am 26. Februar 2013 ist das Patientenrechtegesetz in Kraft getreten. Das Gesetz erhöht die Transparenz und Rechtssicherheit für Patienten und Behandelnde.

Das Patientenrechtegesetz enthält im Wesentlichen folgende Regelungen:

  • Aufnahme des Behandlungsvertrags ins Bürgerliche Gesetzbuch (BGB)
  • Stärkung der Versichertenrechte in der gesetzlichen Krankenversicherung (SGB V)

 

Aufnahme des Behandlungsvertrags ins Bürgerliche Gesetzbuch (BGB)

Der Behandlungsvertrag wird als neuer Vertragstyp in das Bürgerliche Gesetzbuch aufgenommen. Er regelt die Rechte und Pflichten zwischen Behandelnden und Patienten. Mit Behandelnden sind nicht nur Ärzte gemeint, sondern auch Angehörige anderer Heilberufe wie Heilpraktiker, Hebammen, Psycho- oder Physiotherapeuten.

Informationspflichten

Einwilligung

Aufklärungspflichten

Dokumentation der Behandlung

Einsichtsrecht in die Patientenakte

Beweislast bei Haftung für Behandlungs und Aufklärungsfehler

Stärkung der Versichertenrechte in der gesetzlichen Krankenversicherung (SGB V)

Förderung der Patientensicherheit

Stärkung der Rechte der Patienten gegenüber Kostenträgern

Stärkung der Patientenbeteiligung in Gremien des Gesundheitswesens

Erhöhung der Transparenz