Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Elektronische Gesundheitskarte löst alte Krankenversicherungskarte ab

Für gesetzlich Krankenversicherte löst zum 1.1.2015 die elektronische Gesundheitskarte (eGK) die alte Krankenversicherungskarte ab. Unabhängig vom aufgedruckten Datum verliert letztere ihre Gültigkeit.

Gut 97 Prozent der Versicherten verfügen bereits über eine eGK. In den Arzt- und Zahnarztpraxen sowie in Krankenhäusern wurden die erforderlichen Kartenlesegeräte installiert.
Die eGK soll den Austausch von Patientendaten zwischen Ärzten, Kliniken und Apotheken ver-bessern und ermöglicht verschiedene Anwendungen, die teilweise nur mit Zustimmung des Patienten erfolgen dürfen.

Verpflichtend für Versicherte sind die Abgabe eines Lichtbilds und folgende Anwendungen:

  • Die Übermittlung der Versichertenstammdaten,
  • das elektronische Empfangen und Einlösen einer Verordnung (eVerordnung) sowie
  • die Verwendung der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) auf der Rückseite der eGK.

Als Versicherungsnachweis beim Arztbesuch gilt also nur noch die eGK oder ersatzweise ein von der Krankenkasse ausgestellter Versicherungsnachweis (Ersatzbescheinigung). Dem Arzt ist es nicht mehr möglich, über die alte Gesundheitskarte abzurechnen. Sofern eGK oder eine Ersatzbescheinigung beim Arztbesuch nicht vorgelegt werden, können die eGK bzw. die Ersatzbescheinigung innerhalb von zehn Tagen nachgereicht werden. Danach ist der Arzt berechtigt, eine Privatvergütung zu verlangen.

Werden eGK oder Ersatzbescheinigung nicht nach zehn Tagen, aber innerhalb des jeweiligen Quartals nachgereicht, muss der Arzt die Privatrechnung wieder zurückziehen bzw. dem Patienten die Kosten dafür zurückerstatten. Der Arzt rechnet die Behandlung dann wie üblich als Kassenleistung mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab.

Im Hinblick auf verfassungsrechtliche Bedenken gegenüber der eGK hat der 1. Senat des Bundessozialgerichts in seiner Sitzung vom 18.11.2014 entschieden, dass die eGK in ihrer gegenwärtigen Gestalt und ihren gegenwärtigen und zukünftigen Pflichtangaben und Pflichtanwendungen durch überwiegende Allgemeininteressen gerechtfertigt ist.

Weiterführende Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Gesundheit.