Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Pflegeleistungen, Pflegeversicherung, Pflege und Beruf - Was ändert sich 2015?

1. Pflegeleistungen

Leistungsverbesserungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nach Einführung des 1. Pflegestärkungsgesetzes

Die 2,5 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland profitieren ab dem 1. Januar 2015 von Leistungsverbesserungen im Umfang von 2,4 Milliarden Euro. Durch das erste Pflegestärkungsgesetz sollen bereits zum 1. Januar 2015 die Leistungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen spürbar ausgeweitet und die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte in stationären Pflegeeinrichtungen erhöht werden. Zudem soll ein Pflegevorsorgefonds eingerichtet werden.

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2. Pflegeversicherung

Erhöhung der Leistungsbeträge der Pflegeversicherung und Erhöhung der Beiträge zur Pflegeversicherung

Alle Leistungsbeträge der Pflegeversicherung werden um 4 Prozent angehoben. Für Leistungen, die erst mit dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz Ende 2012 / Anfang 2013 eingeführt worden sind, wird für einen Zeitraum von zwei Jahren eine Anpassung von 2,67 Prozent vorgenommen. Darüber hinaus werden weitere Leistungsverbesserungen bei der Pflege zu Hause und in Pflegeeinrichtungen umgesetzt. Finanziert werden die Leistungsverbesserungen über eine Anhebung des Beitragssatzes zur gesetzlichen Pflegeversicherung.

2015 wird der Beitragssatz in einem ersten Schritt um 0,3 Prozentpunkte auf 2,35 Prozent und 2,6 Prozent für Kinderlose steigen.

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3. Verbesserung für die Pflege zu Hause

Die meisten Pflegebedürftigen wünschen sich, so lange wie möglich zu Hause in der vertrauten Umgebung gepflegt zu werden. Mehr als zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden auch zu Hause gepflegt, meist durch Angehörige oder ambulante Pflegedienste. Um die Pflege zu Hause besser zu unterstützen, werden die Leistungen für die häusliche Pflege um rund 1,4 Milliarden Euro erhöht.

Verbesserung der Kombinierbarkeit der Leistungen der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege

Statt vier Wochen sind bis zu acht Wochen Kurzzeitpflege pro Jahr möglich, die Pflegekasse übernimmt dafür künftig bis zu 3.224 Euro (bisher bis zu 3.100 Euro). Künftig gilt dies in ähnlicher Weise auch bei der Verhinderungspflege: Wenn der pflegende Angehörige krank ist oder eine Auszeit braucht, wird eine Pflegekraft oder Vertretung benötigt. Diese so genannte Verhinderungspflege soll künftig unter entsprechender Anrechnung auf den Anspruch auf Kurzzeitpflege bis zu sechs Wochen in Anspruch genommen werden können statt bisher bis zu vier. Bisher stand für Verhinderungspflege pro Jahr bis zu 1.550 Euro, künftig stehen bis zu 2.418 Euro jährlich zur Verfügung.

Ausbau der Leistungen für Tages- und Nachtpflege

Bisher wurden die Inanspruchnahme von Tages- und Nachtpflege sowie die ambulanten Pflegeleistungen zum Teil aufeinander angerechnet. Das ändert sich: Wer ambulante Sachleistungen und / oder Pflegegeld bekommt, kann künftig Tages- und Nachtpflege daneben ohne Anrechnung voll in Anspruch nehmen. Auch Demenzkranke profitieren erstmals von dieser Leistung.

Stärkung von Niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangeboten

Die zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen werden ausgebaut und auf alle Pflegebedürftigen ausgedehnt. Demenzkranke bekommen schon heute bis zu 100 oder 200 Euro pro Monat (ab 1. Januar 2015: bis zu 104 oder 208 Euro pro Monat). Künftig werden auch bei rein körperlicher Beeinträchtigung 104 Euro pro Monat von der Pflegekasse erstattet. Damit können Leistungen von Kurzzeit- und Verhinderungspflege, Tages- und Nachtpflege und Betreuungsleistungen durch ambulante Pflegedienste oder nach Landesrecht anerkannte niederschwellige Angebote finanziert werden. Es können aber auch anerkannte Haushalts- und Serviceangebote oder Alltagsbegleiter finanziert werden, die bei der hauswirtschaftlichen Versorgung sonstiger Alltagsanforderungen im Haushalt helfen.

Erhöhung der Zuschüsse für Umbaumaßnahmen und Pflegehilfsmittel

Ab dem 1. Januar 2015 werden die Zuschüsse für Umbaumaßnahmen von bisher bis zu  2.557 Euro auf zukünftig bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme gesteigert. Leben mehrere Pflegebedürftige gemeinsam in einer Wohnung, können sie statt bis zu 10.228 Euro jetzt bis zu 16.000 Euro pro Maßnahme erhalten. Auch die Zuschüsse zu Pflegehilfsmitteln, die im Alltag verbraucht werden, werden deutlich angehoben (von bis zu 31 Euro auf bis zu 40 Euro je Monat).

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4. Bessere Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf

Das Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf tritt am 1. Januar 2015 in Kraft. Damit wird für pflegende Angehörige die Pflege von Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Ehegatten, Lebenspartnern, Geschwistern, Kindern und weiteren engeren Angehörigen erleichtert.
Die neuen gesetzlichen Regelungen ruhen auf drei Säulen:

  • Zehntägige Auszeit mit Anspruch auf Lohnersatzleistungen (Pflegeunterstützungsgeld) in Höhe von 90 Prozent des wegfallenden Nettoentgelts
  • Rechtsanspruch auf ein zinsloses Darlehen beim Ausstieg aus dem Beruf für sechs Monate ganz oder teilweise zur Pflege von Angehörigen gegenüber Arbeitgebern mit mehr als 15 Beschäftigten
  • Rechtsanspruch auf 24-monatige Familienpflegezeit gegenüber Arbeitgebern mit mehr als 25 Beschäftigten, wobei pflegende Beschäftigte ihre Arbeitszeit bis auf eine Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden reduzieren können

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Weiterführende Informationen

Wege zur Pflege - Informationen und Beratungstelefon des Bundesfamilienministeriums