Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Aktuelles aus der Gesundheitspolitik

25.03.2019

Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung spricht mit Pflegekräften im Universitätsklinikum Augsburg

Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Prof. (Univ.Lima) Dr. Peter Bauer MdL, besuchte heute das Universitätsklinikum Augsburg, um sich persönlich ein Bild von der Situation der Pflegekräfte vor Ort zu machen. Prof. Bauer lobte die erst kürzlich vertraglich festgelegten Verbesserungen für Pflegekräfte, mahnte jedoch Beständigkeit in der Umsetzung sowie verstärktes Augenmerk auf die Allgemeinmedizin an. 

 

Prof. Bauer: „Die Umwandlung in ein Universitätskrankenhaus hat enorme Veränderungen mit sich gebracht und erfordert von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieses Krankenhauses ein großes Maß an Engagement. Als Patienten- und Pflegebeauftragter liegt mir nicht nur das Wohl aller Patientinnen und Patienten, pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen am Herzen, sondern ganz besonders  auch das der Pflegekräfte! Darum war es mir ein großes Anliegen, mich zum einen mit Führungskräften dieses Hauses über die Situation der Pflege auszutauschen; und zum andern mir ein eigenes Bild vom Arbeitsalltag der Pflegekräfte auf den Stationen zu machen.“

 

Der Patienten- und Pflegebeauftragte lobte bei seinem Treffen mit dem Ärztlichen Direktor (Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Beyer), der Pflegedirektorin (Frau Susanne Arnold), der Patientenfürsprecherin (Frau Dr. Sabine von Mutius) sowie Vertretern der Akademie für Gesundheitsberufe, den erst vor wenigen Monaten mit ver.di ausgehandelten Vertrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte. So sollen beispielsweise bis 2020 insgesamt 100 zusätzlichen Vollzeitstellen im Pflegedienst aufgebaut sowie Belastungssituationen durch spezielles Management entschärft werden. „Die Klinik hat erkannt, dass es neue Weichenstellungen braucht! Ich bin froh, dass mir von allen Seiten zugesichert wurde, dass man auch zukünftig, gemeinsam an Verbesserungen arbeiten wird!“

 

Bauer besuchte nach dem Gespräch mit der Krankenhausleitung zwei Stationen. „Was ich gesehen und gehört habe, bestärkt mich in meiner Ansicht: Unser Pflegepersonal steht unter Druck und braucht den Beistand der Politik. Meine Unterstützung als Patienten- und Pflegebeauftragter sichere ich den Pflegekräften in jedem Fall zu! Für mich ist Pflege kein Job, sondern eine Berufung! Ich setze mich dafür ein, dass Pflegekräfte mehr wertgeschätzt und anerkannt werden, also endlich eine Charme-Offensive in unserer Gesellschaft für diesen Beruf erwächst!“

 

Zum Thema Pflegekräftemangel sprach der Patienten- und Pflegebeauftragte mit Vertretern der Akademie für Gesundheitsberufe. „Die berufssprachliche Kompetenz spielt bei Pflegekräften eine große Rolle: Einmal um den mitmenschlichen, empathischen und kommunikativen Aufgaben gerecht zu werden. Zum anderen muss es aber auch darum gehen, inhaltlich richtige und verständliche Berichte mündlich weiterzugeben und schriftlich niederzulegen. Somit kann ein wichtiger Beitrag zur Gewinnung von Pflegekräften geleistet werden, wenn Prüfungsanforderungen überdacht und angepasst werden, damit sprachbedingte Ausbildungsabbrüche möglichst verhindert werden und kompetenter Nachwuchs ausgebildet werden kann“, so Herr Prof. Bauer.

 

Als Gesundheits- und Sozialpolitiker unterstützt der Patienten- und Pflegebeauftragte seit Jahren eine wohnortnahe, flächendecke gute medizinische Versorgung in Bayern. Bauer bezeichnet die Hausärzte dabei als „Königsfigur im Gesundheitswesen“. Er fügte hinzu: „Ich setze mich nicht nur für mehr Medizin-Studienplätze ein, sondern plädiere auch für Lehrstühle für Allgemeinmedizin an allen medizinischen Fakultäten in Bayern – so auch in Augsburg. In einer immer älter werdenden Gesellschaft brauchen wir neben sehr guter Pflege auch genügend Haus- und Fachärzte. Einer Unterversorgung in Schwaben muss unbedingt frühzeitig gegengesteuert werden! Das Klinikum Augsburg trägt auch hier große Verantwortung.“