

Der Weltkrebstag wird seit dem Jahr 2000 jährlich am 4. Februar begangen und hebt die Bedeutung von Aufklärung, Früherkennung und internationaler, wissenschaftlicher Zusammenarbeit im Kampf gegen Krebs hervor. Initiiert von der Union for International Cancer Control (UICC) und unterstützt von zahlreichen Staaten, dient der Tag als globale Plattform zur Entstigmatisierung, Prävention und Verbesserung der Behandlung von Krebserkrankungen.
Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Thomas Zöller MdL, bekundet am Aktionstag seine Solidarität mit Erkrankten und hebt in diesem Zusammenhang das Thema Kinderwunsch hervor.
„Etwa alle 6 bis 7 Minuten erhält jemand in Bayern die Diagnose Krebs. Eine Diagnose, die die Welt dieser Menschen in der Regel vollständig auf den Kopf stellt“, sagt Zöller. „Fast jeder von uns kennt aus dem eigenen Familien- oder Bekanntenkreis eine betroffene Patientin oder einen betroffenen Patienten. Wir können froh und dankbar sein, dass die Forschung der letzten Jahre im Bereich der Krebstherapie solch große Fortschritte gemacht hat; vielfach dank neuartiger Wirkmechanismen bei Arzneimitteln. Gerade die Onkologie ist zum Vorreiter der personalisierten Medizin geworden, da Therapien zunehmend auf individuelle Patientenmerkmale abgestimmt werden. Hinzu kommt die vor Gebärmutterhalskrebs schützende Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV), für die der deutsche Krebsforscher Harald zur Hausen 2008 den Medizin-Nobelpreis erhalten hat.
Zur Hausen sagt aber auch, dass sich durch langfristige Umstellung der Lebensgewohnheiten fast die Hälfte aller Krebserkrankungen vermeiden ließe.“
„Wagen wir einen Blick in die Krebsversorgung der Zukunft, dann wünsche ich mir, dass neben Diagnostik und (personalisierter) Therapie insbesondere die Themen Prävention und Impfung noch stärker in den Fokus rücken!“, betont der Patientenbeauftragte. „Auch, wenn die Ursachen von Krebs natürlich vielfältig und komplex sind, wissen wir doch, dass zum Beispiel Rauchen einer der größten Risikofaktoren ist, genauso wie Adipositas oder übermäßiger Alkoholkonsum. Prävention spielt also eine zunehmende Rolle im Kampf gegen Krebs!“
„Als Beauftragter möchte ich zum Weltkrebstag auch auf eine Thematik hinweisen, die Menschen mit Kinderwunsch betrifft, denn sowohl Erkrankung als auch Therapie können starke Auswirkungen auf die Familienplanung haben“, informiert der Patientenbeauftragte. „Krebsbehandlungen können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, weshalb Ärztinnen und Ärzte das individuelle Risiko einschätzen und gegebenenfalls an Spezialisten für Fruchtbarkeitsmedizin überweisen. Vor Therapiebeginn besteht die Möglichkeit, Spermien, Eizellen oder Keimzellgewebe einfrieren zu lassen, um später trotz eingeschränkter Fruchtbarkeit Kinder zu bekommen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Entnahme, Einfrieren und Lagerung. Für eine spätere künstliche Befruchtung werden aktuell von vielen Krankenkassen 50 Prozent der Kosten übernommen, sofern medizinische Notwendigkeit, Erfolgsaussicht und eine bestehende Ehe vorliegen. Es gelten Altersgrenzen und eine Begrenzung auf drei Versuche. Wer die Voraussetzungen nicht erfüllt, trägt die Kosten vollständig selbst“, informiert Zöller. „Ich bedauere sehr, dass es aktuell weder auf Landes- noch auf Bundesebene Förderinstrumente gibt, die staatliche Zuschüsse zur Kinderwunschbehandlung oder zu fertilitätserhaltenden Maßnahmen bei Krebspatientinnen und Krebspatienten ermöglichen. Wenigstens ist laut Koalitionsvertrag auf Bundesebene vorgesehen, Unterstützung bei ungewollter Kinderlosigkeit fortzuführen und weiterzuentwickeln. Ich appelliere daher an alle, die an den dazu laufenden Bund-Länder-Gesprächen beteiligt sind, sich diesem Thema positiv anzunehmen und im Sinne der betroffenen Patientinnen und Patienten Nachfolgeprogramme zu unterstützen!“
„Nicht zuletzt danke ich allen, die Krebspatientinnen und -patienten im Bereich der Medizin, Pflege, Selbsthilfe oder psychosozialen Beratung helfen. Wichtige Ansprechpartner in Bayern sind neben Ärztinnen und Ärzten vor allem auch das BürgerTelefonKrebs sowie die Bayerische Krebsgesellschaft e.V.. Jeder Patientin und jedem Patienten kann ich nur raten: Nutzen Sie diese Angebote! Sie erhalten hier kompetente, kostenfreie und einfühlsame Unterstützung!“, betont Zöller.
| Aktionsmonate gegen Krebs (Auswahl): | |
| Januar | Gebärmutterhalskrebs |
| Februar | Weltkrebstag |
| März | Darmkrebs, Multiples Myelom, Weltnierentag |
| April | Hodenkrebs, Kopf-/Hals-/Mundkrebs |
| Mai | Blasenkrebs, Eierstockkrebs, Hautkrebs, Weltnichtrauchertag |
| Juni | Welthirntumortag |
| Juli | Sarkom |
| September | Blutkrebs, CUP-Syndrom-Woche, Kinderkrebs, Prostatakrebs, Schilddrüsenkrebs, Welt-Lymphom-Tag |
| Oktober | Brustkrebs, Leberkrebs |
| November | Bauchspeicheldrüsenkrebs, Lungenkrebs, Magenkrebs, Movember (Männergesundheit/Prostata) |