Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Frage an den Patienten- und Pflegebeauftragten

Disease-Management-Programme (DMP)

Herr W fragt:
Bei mir wurde Diabetes Mellitus Typ II festgestellt. Mein behandelnder Arzt hat mir geraten, an einem Disease Management Programm teilzunehmen. Darunter kann ich mir aber gar nichts vorstellen. Außerdem befürchte ich, dass dadurch zusätzliche Kosten auf mich zukommen.
 

Der Patienten- und Pflegebeauftragte antwortet:

Disease-Management-Programme oder kurz DMP sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Patienten. Die Teilnahme an einem DMP ist freiwillig und kostenlos. Vorausset-zung für die Teilnahme ist eine durch den Arzt gesicherte Diagnose sowie die Bereitschaft des Patienten, aktiv an dem Programm teilzunehmen.


Disease-Management-Programme gibt es derzeit für Patienten, die an einer der nachfolgenden chronischen Krankheiten leiden:
• Asthma bronchiale
• Brustkrebs
• COPD (chronisch obstruktive Atemwegserkrankung)
• Diabetes mellitus Typ I und Typ II
• Koronare Herzerkrankungen
Strukturierte, evaluierte und zielgruppenspezifische Schulungsprogramme, die den eigenverant-wortlichen Umgang des Patienten mit seiner Erkrankung unterstützen, sind ein wesentlicher Bau-stein der Programme. Die Basis für medizinische Qualitätssicherung und die Evaluation der Pro-gramme ist eine bundesweit einheitliche elektronische Dokumentation der Behandlung unter Be-rücksichtigung des Datenschutzes. Ziel eines DMP ist es:
• den Behandlungsablauf und die Qualität der Versorgung des Patienten zu verbessern.
• dem Patienten den Umgang mit seiner Erkrankung zu erleichtern.
• den Patienten umfassend über Diagnose und Therapie zu informieren und in die Behandlung miteinzubeziehen
• Die Kosten für die Behandlung zu reduzieren (z.B. durch Vermeidung von Doppelbehandlungen).

Dem behandelnden Arzt kommt dabei eine Lotsenfunktion zu. Er koordiniert die leitlinienorientierten Schritte mit den anderen an der Therapie beteiligten Ärzten und Therapeuten.


Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg ist die Mitarbeit des Patienten, indem er sich an die mit dem Arzt vereinbarten Termine hält und die vereinbarten Schulungen und Präventionsangebote wahrnimmt.
Die Teilnahme am DMP beginnt mit Unterzeichnung der Teilnahmeerklärung. Diese enthält in der Regel auch eine Widerrufserklärung. Der Patient hat dann auch die Möglichkeit, seine Teilnahme innerhalb von 2 Wochen nach Unterzeichnung zu widerrufen. Eine Angabe von Gründen ist nicht erforderlich. Der Patient kann auch während des Programms entscheiden, dass er aus dem Pro-gramm ausscheiden möchte.


Kommt der Patient  seiner Verpflichtung zur aktiven Mitarbeit nicht nach, ist auch die Krankenkasse berechtigt, den Patienten aus dem Programm herauszustreichen.

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