Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Frage an den Patienten- und Pflegebeauftragten

Fahrkostenerstattung wegen nachstationärem Behandlungstermin

Herr Z. fragt:

Meine Frau hat sich einer Operation im Krankenhaus unterziehen müssen. Drei Wochen nach der Entlassung hatte sie dort einen Termin zu einer Nachuntersuchung. Aufgrund des noch instabilen Zustands meiner Frau und weil wir hier auf dem Land fernab von einer guten öffentlichen Verkehrsanbindung leben, hatte ich für die Fahrt in das 20 km entfernt liegende Krankenhaus ein Taxi bestellt. Nach dem Untersuchungstermin fragte ich bei der Krankenkasse nach, ob die Fahrkosten erstattet würden. Dort hieß es, dass die Frist für eine nachstationäre Behandlung von 14 Tagen bereits überschritten worden sei und deshalb keine Erstattung erfolgen könne.

Ich bin sehr verwundert, dass die Fahrkosten, die doch im Zusammenhang mit einer notwendigen und vom Arzt terminlich festgelegten Untersuchung stehen, nicht übernommen werden. Habe ich eine richtige Auskunft bekommen?

Der Patienten- und Pflegebeauftragte antwortet:
 

Im Prinzip hat die Krankenkasse Recht. Allerdings sind bestimmte Begleitumstände zu berücksichtigen, die einen Anspruch auf Erstattung dieser Fahrkosten ergeben können.

Eine nachstationäre Behandlung ist im Gesetz so definiert, dass sie innerhalb von 14 Tagen nach Beendigung der stationären Behandlung erfolgen muss und 7 Tage nicht überschreiten darf. Die Frist von 14 Tagen kann jedoch im Einvernehmen mit dem Arzt in medizinisch begründeten Einzelfällen verlängert werden (§ 115a Abs. 2 Satz 2 SGB V).

Fahrkosten zu einer nachstationären Behandlung werden von der Krankenkasse übernommen, wenn durch die Behandlung eine an sich gebotene vollstationäre oder teilstationäre Krankenhausbehandlung vermieden oder verkürzt wird oder diese nicht ausführbar ist, wie bei einer stationären Krankenhausbehandlung (§ 60 Abs. 2 Nr. 4 SGB V).

In Ihrem Fall wäre also wesentlich, dass der Nachuntersuchungstermin außerhalb der gesetzlichen Frist im Einvernehmen mit dem Arzt aus medizinischen Gründen so festgelegt wurde und dass die Bedingungen des § 60 Abs. 2 Nr. 4 SGB V erfüllt wurden, z. B. Ersatz oder Abkürzung eines stationären Aufenthaltes.

Ich empfehle Ihnen, die Erstattung der Fahrkosten mit einem entsprechenden ärztlichen Attest schriftlich bei Ihrer Krankenkasse zu beantragen.

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