Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Frage an den Patienten- und Pflegebeauftragten

Ablehnung einer Anschlussrehabilitation (AHB)

Herr H. fragt:
Nach einer schweren Operation mit längerem Krankenhausaufenthalt hielt mein behandelnder Arzt eine Rehabilitation im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt für angebracht. Der entsprechende Antrag ist jedoch von meiner Krankenkasse abgelehnt worden. Nach Widerspruch gegen diesen Bescheid erhielt ich eine erneute Ablehnung mit Hinweis auf die Bewertung meines Falles durch den Medizinischen Dienst. Ich fühle mich wirklich immer noch kraftlos. Was kann ich tun, um doch noch zu dieser Rehabilitationsmaßnahme zu kommen?
 

Der Patienten- und Pflegebeauftragte antwortet:
Eine Anschlussrehabilitation (AHB) ist eine ambulante oder stationäre Leistung zur medizinischen Rehabilitation. Sie dauert in der Regel 3 Wochen, kann aber auch verkürzt oder verlängert werden. Die Besonderheit dieser Leistung besteht darin, dass sie nur bei bestimmten Erkrankungen in Betracht kommt und sich unmittelbar (spätestens 2 Wochen nach der Entlassung) an eine stationäre Krankenhausbehandlung anschließt.

Ihre Krankenkasse hat von ihrem Recht Gebrauch gemacht, durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassenverbände (MDK) prüfen zu lassen, ob eine Behandlung, in dem Fall eine AHB, er-forderlich ist. Da die Ärzte des MDK bei der Wahrnehmung ihrer medizinischen Aufgaben nur ihrem ärztlichen Gewissen unterworfen sind, ist es der jeweils zuständigen Aufsichtsbehörde nicht möglich, auf die medizinische Beurteilung des MDK Einfluss zu nehmen. Die Entscheidung über die Gewährung oder Ablehnung der jeweiligen Leistung trifft aber letztlich die Krankenkasse.

Ihre Krankenkasse ist der Bewertung des MDK gefolgt. Gegen den Bescheid der Krankenkasse können Sie Widerspruch einlegen, was Sie bereits getan haben. Nach Ablehnung des Widerspruchs besteht dann grundsätzlich die Möglichkeit, gegen diese Entscheidung beim Sozialgericht zu klagen. Verfahren in der Sozialgerichtsbarkeit sind u. a. für Sie als Versicherte in Ihrer Eigenschaft als Kläger oder Beklagte gemäß §183 SGG in allen Instanzen gerichtskostenfrei. Das gilt auch dann, wenn Sie unterliegen.

Bei einer Klage gegen die Ablehnung einer Anschlussheilbehandlung ist deren Durchsetzung in Ihrem Fall nicht mehr zu erreichen, da die Voraussetzung dafür, das Kriterium des unmittelbaren Antritts nach stationärem Aufenthalt, sich überholt hat. Eine Klage würde aus diesem Grund abge-wiesen werden.

Es besteht jedoch die Möglichkeit, eine andere medizinische Rehabilitationsmaßnahme zu beantragen. Deshalb rate ich Ihnen, Kontakt mit Ihrem behandelnden Arzt aufzunehmen, ob die Voraussetzungen dafür vorhanden sind und ggf. einen entsprechenden Antrag zu stellen.

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