Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Frage an den Patienten- und Pflegebeauftragten

Änderung der Versicherungspflichtgrenze

Frau H. fragt:
Ich bin Angestellte und derzeit privat krankenversichert. Ich habe gelesen, dass im nächsten Jahr, also 2018, die Versicherungspflichtgrenze auf 59.400 Euro brutto angehoben wird. Mein Einkommen wird aber voraussichtlich etwas darunter liegen. Werde ich automatisch wieder gesetzlich krankenversichert oder gibt es auch eine Möglichkeit trotzdem in der privaten Krankenversicherung zu bleiben.

Der Patienten- und Pflegebeauftragte antwortet:
Die Versicherungspflichtgrenze stellt die Grenze dar, bis zu der Angestellte sich gesetzlich versichern müssen. Angestellte, die diese Grenze überschreiten, müssen sich entweder freiwillig gesetzlich versichern oder in die private Krankenversicherung eintreten. Diese Einkommensgrenze gilt nur für angestellte Arbeitnehmer.

Die Versicherungspflichtgrenze wird im Jahr 2018 bei 59.400 Euro liegen. Eine Sonderregelung gibt es für Versicherte, die bereits im Jahr 2002 privat krankenversichert waren. Für diesen Personenkreis wird die Versicherungspflichtgrenze im Jahr 2018 bei voraussichtlich 53.100 Euro liegen.
Wenn Sie also in einem Angestelltenverhältnis beschäftigt sind, die Versicherungspflichtgrenze unterschreiten und auch im Jahr 2002 noch nicht privat krankenversichert waren, werden Sie in der Regel wieder gesetzlich krankenversichert. Für den Fall, dass Sie trotzdem in der privaten Krankenversicherung bleiben wollen, gibt es die Möglichkeit, sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen. Eine Befreiung von der Versicherungspflicht ist nur in bestimmten Fällen möglich. Gemäß
§ 8 Absatz 1 SGB V können privat Versicherte sich unter anderem von der Versichrungspflicht befreien lassen, wenn die Versicherungspflichtgrenze angehoben wird und nur deshalb Ihr Gehalt übersteigt.

Wenn Sie sich für die Befreiung von der Versicherungspflicht entscheiden, müssen Sie dazu innerhalb von drei Monaten einen Befreiungsantrag bei einer gesetzlichen Krankenkasse stellen. Bedenken Sie aber, die Befreiung kann nicht widerrufen werden.

In jedem Fall müssen Sie Ihre private Krankenversicherung unverzüglich darüber informieren, wenn Sie versicherungspflichtig in der Gesetzlichen Krankenversicherung werden, auch wenn Sie Ihre private Krankenversicherung nicht kündigen wollen.

Bevor Sie eine Entscheidung treffen, sollten Sie sich beraten lassen, bei Ihrer privaten Kranken-versicherung oder einer gesetzlichen Krankenversicherung Ihrer Wahl. Eine unabhängige Beratung zum Thema gesetzliche oder private Krankenversicherung bietet auch die Verbraucherzentrale Bayern an.

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