Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Frage an den Patienten- und Pflegebeauftragten

Krankenversicherung bei längerem Auslandsaufenthalt

Frau M. fragt:

Meine Tochter ist in Italien verheiratet. Da ich seit kurzem Rentnerin bin, beabsichtige ich, den neuen Status zu nutzen und meine Tochter, die vor einem Monat ihr drittes Kind bekommen hat, für 3 – 4 Monate zu besuchen. Da ich eine chronische Erkrankung habe, werde ich in dieser Zeit dort jedoch einen Arzt konsultieren müssen u. a. auch, weil ich bestimmte Medikamente brauche. Muss ich für den Zeitraum meines Aufenthalts in Italien als gesetzlich Versicherte zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung abschließen?

Der Patientenbeauftragte antwortet:

Als gesetzlich Versicherte genießen Sie im EU-Ausland grundsätzlich einen adäquaten Krankenversicherungsschutz wie in Deutschland. Eine ergänzende Absicherung durch eine Auslandskrankenversicherung kann ggf. aber sinnvoll sein.

Innerhalb der EU gelten gemeinschaftliche Regelungen zur sozialen Absicherung. Sie können deshalb auch die Leistungen des gesetzlichen Krankenversicherers des jeweiligen EU-Landes in Anspruch nehmen. Dafür benötigen Sie die europäische Krankenversicherungskarte (EHIC), welche Ihnen Ihre Krankenversicherung ausstellt.

Der Leistungsumfang ist allerdings auf die medizinisch notwendigen Sachleistungen begrenzt und orientiert sich am Leistungskatalog des jeweiligen EU-Mitgliedstaates, in Ihrem Fall an Italien.
Kosten für Leistungen, die nach dem Recht des Aufenthaltsstaates nicht als gesetzliche Leistung erbracht werden, sind dann von Ihnen in voller Höhe selbst zu tragen. Es könnte z. B. sein, dass Sie als chronisch Kranke in Italien nicht Ihr gewohntes, sondern ein anderes geeignetes Medikament bekommen. Wenn Sie auf Ihr gewohntes Medikament dann nicht verzichten wollten, müssten Sie selbst dafür aufkommen.

Ich empfehle Ihnen, sich nach den Leistungen der Krankenversicherungsträger Italiens zu erkundigen und danach, was eine Auslandskrankenversicherung zusätzlich bieten würde. Einen krankheitsbedingten Rücktransport nach Hause z. B. übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen in der Regel nicht.

Nähere Informationen erhalten Sie bei der

Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DVKA)
Postfach 20 04 64
53134 Bonn
Tel. 0228 9530-0
www.dvka.de

 

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