Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Frage an den Patienten- und Pflegebeauftragten

Rechte für Heimbewohner mit resistentem Keim

Herr L. fragt:

Mein Vater, der in einem Pflegeheim lebt, musste sich einer Behandlung in einem Krankenhaus unterziehen. Dort wurde festgestellt, dass er sich mit einem resistenten Keim (MRSA) infiziert hat. Nachdem das Krankenhaus dem Heim dies kurz vor der Entlassung mitgeteilt hatte, weigerte sich das Heim, meinen Vater wieder aufzunehmen mit der Begründung, dass kein Einzelzimmer frei sei. Mein Vater war in einem Doppelzimmer untergebracht. Muss das Heim nicht auch für solche Fälle vorsorgen?

Der Patienten- und Pflegebeauftragte antwortet:

Bei MRSA handelt es sich um eine Kategorie von Keim, die in der Regel sanierbar ist. Jede Institution, die pflegebedürftige Personen betreut, muss in der Lage sein, Personen zu versorgen, die mit multiresistenten Erregern besiedelt oder infiziert sind. Einzelzimmer sind dafür nicht generell erforderlich. Unter Berücksichtigung der bestehenden Grunderkrankung muss allerdings eine individuelle Einschätzung des Übertragungsrisikos erfolgen. Bewohner, die hier gefährdeter sind, z. B. durch offene Wunden, Katheter, Sonden, sollten nach Möglichkeit nicht mit einem Bewohner zusammen untergebracht werden, der mit einem resistenten Keim infiziert oder besiedelt ist.. Davon abgesehen sind aber stationäre Pflegeeinrichtungen, die Doppelzimmer zur Unterkunft anbieten, nach § 4 Abs. 4 der Verordnung zur Ausführung des Pflege-Wohn-Qualitätsgesetzes verpflichtet, einen zusätzlichen Wohn-Schlaf-Raum für eine Person zur vorübergehenden Nutzung vorzuhalten.

 

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