Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Frage an den Patienten- und Pflegebeauftragten

Entlassmanagement im Krankenhaus

Herr M fragt:
Mein Hausarzt hat mich vergangenen Monat ins Krankenhaus zu einer Operation eingewiesen. Die Operation habe ich gut überstanden. Am Tag der Entlassung hatte ich ein Abschlussgespräch mit dem zuständigen Arzt und habe einen vorläufigen Entlassungsbericht erhalten. Im Nachhinein wundere ich mich,  dass ich schon bei der Aufnahme in das Krankenhaus eine Einverständniserklärung zur Durchführung eines Entlassmanagements unterschreiben musste. Was beinhaltet das Entlassmanagement und weshalb musste ich die Einverständniserklärung schon bei der Aufnahme unterschreiben?

Der Patienten- und Pflegebeauftragte antwortet:
In der Vergangenheit sind bei der Entlassung aus dem Krankenhaus für die Patienten ver-schiedentlich Probleme bei der Weiterversorgung aufgetreten, z.B. weil die Entlassung vor oder am Wochenende stattfand oder die Weiterversorgung von Patienten, die sich noch nicht selbst wieder versorgen konnten, nicht gewährleistet war.

Das Entlassmanagement, das an vielen Kliniken in unterschiedlicher Weise bereits durchgeführt wurde, ist nun gesetzlich festgeschrieben (§39 Abs. 1a SGB V) worden.
Das Entlassmanagement beinhaltet, dass

  • der voraussichtliche Bedarf an Weiterversorgung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus durch ein Team z.B. aus Ärzten, Pflegern, Sozialdienst festgestellt wird.
  • falls notwendig, ein Entlassplan erstellt wird, in dem festgelegt ist, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge zu veranlassen sind.
  • die notwendigen Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden.
  • der weiterbehandelnde Arzt oder die weiterbehandelnde Einrichtung rechtzeitig informiert wird.

Damit wird sichergestellt, dass der Übergang in eine andere Versorgungsform, also ambulante Weiterversorgung, Reha oder auch Pflege, frühzeitig eingeleitet wird und der Patient auf jeden Fall adäquat weiter versorgt wird.

Das Entlassmanagement beinhaltet auch, dass der Patient bei der Entlassung zumindest einen vorläufigen Entlassbrief für den weiterbehandelnden Arzt oder die weiterbehandelnde Einrichtung erhält, in dem auch die Kontaktdaten des für das Entlassmanagement zuständigen Ansprechpart-ners sowie die Zeiten angegeben sind, in denen dieser erreichbar ist.
  
Um zu vermeiden, dass sich Patienten nach der Entlassung direkt zum Hausarzt begeben müssen, um notwendige Medikamentenverordnungen oder Verordnungen für Heil- oder Hilfsmittel zu bekommen, haben die Ärzte in den Krankenhäusern nun auch die Möglichkeit erhalten, Verordnungen für

• Arzneimittel (kleinste Packungsgröße)
• Heil- und Hilfsmittel
• Häusliche Krankenpflege
• Soziotherapie

für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen auszustellen und auch die Arbeitsunfähigkeit zu be-scheinigen. Das war bisher nicht möglich und hat Patienten, die z.B. vor dem Wochenende entlas-sen wurden, vor erhebliche Probleme gestellt.

Da das Entlassmanagement nur mit Einverständnis des Patienten durchgeführt werden darf, wird -  wie von Ihnen geschildert - das Einverständnis gleich bei der Aufnahme eingeholt. Die Einwilligung des Patienten muss in der Krankenakte dokumentiert werden. Wenn der Patient nicht oder verspätet einwilligt, kann das zur Folge haben, dass notwendige Maßnahmen, nicht oder nicht rechtzeitig eingeleitet werden können.

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