Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Frage an den Patienten- und Pflegebeauftragten

Fahrkostenübernahme bei ambulanter Behandlung

Herr W. fragt:
Meine Frau muss sich nach einer Krebsoperation ambulant einer Chemo- und Strahlentherapie unterziehen. Wir wohnen ziemlich weit entfernt von der behandelnden Klinik und es gibt leider auch in der näheren Umgebung keine Klinik, die die Behandlung durchführen kann. Übernimmt die Krankenkasse die Fahrkosten für ein Taxi?
 

Der Patienten- und Pflegebeauftragte antwortet:
Die Kostenübernahme für Fahrkosten zu stationären und ambulanten Behandlungen ist in § 60 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) geregelt. Fahrten zu ambulanten Behandlungen können von den gesetzlichen Krankenkassen nur in besonderen Ausnahmefällen übernommen werden, die der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) in der sogenannten Krankentransport-Richtlinie (KT-RL) festgelegt hat.  Voraussetzung für eine Kostenübernahme bei einer ambulanten Behandlung ist eine zwingende medizinische Notwendigkeit sowie eine ärztliche Verordnung. Diese darf nur ausgestellt werden wenn:

• der Patient mit einem durch die Grunderkrankung vorgegebenen Therapieschema behandelt wird, das eine hohe Behandlungsfrequenz über einen längeren Zeitraum aufweist
und
• diese Behandlung oder der zu dieser Behandlung führende Krankheitsverlauf den Patienten in einer Weise beeinträchtigt, dass eine Beförderung zur Vermeidung von Schaden an Leib und Leben unerlässlich ist.

Diese Voraussetzungen werden regelmäßig angenommen im Falle der Strahlentherapie, der Dialyse oder der Chemotherapie.

Außerdem kann die Fahrt zur ambulanten Behandlung für Versicherte verordnet und genehmigt werden, wenn der Versicherte einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „aG“ (au-ßergewöhnliche Gehbehinderung), „Bl“ (Blindheit) oder „H“ (Hilflosigkeit) oder einen Einstufungs-bescheid gemäß SGB XI in die Pflegestufe 2 oder 3 der Verordnung vorweisen kann.

Bitte beachten Sie, die Kostenübernahme erfolgt nur nach vorheriger Genehmigung durch die Krankenkasse.

Auch bei Fahrkosten gilt die allgemeine Zuzahlungsregelung. Die Versicherten haben daher für jede Leistung 10 Prozent der Kosten, mindestens aber 5 Euro und maximal 10 Euro und nicht mehr als die tatsächlichen Fahrkosten zu tragen.

Stand 01.09.2016

 

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