Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Frage an den Patienten- und Pflegebeauftragten

Termine beim Facharzt

Frau Z. fragt:
Von meinem Hausarzt wurde ich zum Dermatologen überwiesen. Seit einer Woche versuche ich in einer solchen Praxis einen Termin auszumachen. Überall wo ich anrufe muss ich mindestens zwei Monate auf einen Termin warten, teilweise sogar noch länger. Auch habe ich wirklich das Gefühl, dass ich als Kassenpatient bei der Terminvergabe benachteiligt werde. Gibt es eine Möglichkeit schneller zu einem Termin zu kommen?

Der Patienten- und Pflegebeauftragte antwortet:
Sie haben als gesetzlich Versicherter das Recht der freien Arztwahl unter den Vertragsärzten (Ärzte mit Kassenzulassung). Zur Gewährleistung dieser Wahlfreiheit stellt der behandelnde Arzt eine Überweisung nicht auf den Namen eines bestimmten Vertragsarztes aus. Wenn Sie selbst keinen zeitnahen Termin vereinbaren können, können Sie sich an die Terminservicestelle der Kassenärzt-lichen Vereinigung Bayerns wenden.

Die Terminservicestelle unterstützt Patienten bei der Terminvereinbarung bei einem Facharzt, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

• Der Patient ist gesetzlich versichert
• Eine Überweisung zu einem Facharzt liegt vor
• Ausnahme: Für die Terminvereinbarung zu einem Frauenarzt oder Augenarzt brauchen Sie
  keine Überweisung um die Terminservicestelle in Anspruch zu nehmen.

Die Vermittlung eins Wunschtermines oder einer Wunschpraxis ist nicht möglich. Über die Termin-servicestelle erhalten Sie einen Termin bei einem niedergelassenen Facharzt, der im angefragten Zeitraum Termine verfügbar hat. Termine bei Zahnärzten, Kieferorthopäden, Hausärzten oder Kin-der- und Jugendärzten sind von der Vermittlung ausgenommen. Näheres erfahren Sie unter www.terminservicestelle-bayern.de.

Zu der von Ihnen angesprochenen gefühlten Benachteiligung von Kassenpatienten ist folgendes festzustellen:

Vertragsärzte (Ärzte mit Kassenzulassung) haben einen sich aus der Zulassung als Vertragsarzt ergebenden Versorgungsauftrag zu erfüllen. Ein in Vollzeit zugelassener Vertragsarzt ist verpflichtet, mindestens 20 Stunden Sprechstunde pro Woche an seinem Praxissitz für gesetzlich versicherte Patienten anzubieten. Diese Praxiszeiten sind auf dem Praxisschild bekannt zu geben. In der übrigen Zeit darf ein Arzt auch weitere Sprechstunden anbieten, die für bestimmte Patienten oder Patientengruppen reserviert sind. Bei der Vergabe der Untersuchungstermine ist der Vertragsarzt im Rahmen seiner Praxisorganisation im Prinzip jedoch frei und an keine Weisungen gebunden. Sofern aufgrund der Auslastung einer Praxis kein zeitnaher Termin zur Verfügung gestellt werden kann, ist dies grundsätzlich kein Verstoß gegen vertragsärztliche Pflichten. Notfälle muss der Arzt allerdings in entsprechend angemessener zeitlicher Frist, d. h. in der Regel sofort, behandeln.

 

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