Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Frage an den Patienten- und Pflegebeauftragten

Vertreterregelung für Ärzte

Herr A. fragt:

Kurz vor Weihnachten musste ich mich einer Augenoperation unterziehen. Die Nachsorge sollte in der Praxis meines Augenarztes stattfinden. Das kam mir entgegen, da die Augenklinik relativ weit entfernt ist. Nun ist ja damit zu rechnen, dass zwischen den Feiertagen auch viele Arztpraxen geschlossen haben, so auch die meines Augenarztes. Ich habe mich jedoch auf die, wie ich dachte vorgeschriebene, Vertreterregelung verlassen. Deswegen war ich erstaunt und auch verärgert, dass es lediglich einen Hinweis auf den ärztlichen Bereitschaftsdienst gab. Nur mit dessen Hilfe gelang es mir, von einer anderen Augenarztpraxis versorgt zu werden, die im Übrigen fast genau so weit entfernt war wie die Augenklinik. Können Sie mich aufklären über die Regeln für Urlaubsvertretung von Ärzten?

Der Patienten- und Pflegebeauftragte antwortet:

Entfallen Sprechstunden aus Urlaubs- oder auch aus Krankheitsgründen, so ergibt sich eine Lücke in der ärztlichen Versorgung. Insbesondere zwischen Feiertagen oder in Ferienzeiten könnte diese unter Umständen dazu führen, dass die ärztliche Versorgung nicht im geforderten Umfang vorhanden ist.

Es ist Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigungen der einzelnen Bundesländer die ambulante ärztliche Versorgung sicherzustellen. Deshalb verpflichten diese ihre Vertragsärzte (Ärzte mit kassenärztlicher Zulassung), die wegen Urlaub oder wegen Krankheit keine Sprechstunden abhalten können, dazu, ihnen dies und eine vorgesehene Vertreterregelung - noch vor dem Urlaub und bei Krankheit schnellstmöglich - zu melden.

Ferner hat der Vertragsarzt selbst für eine adäquate Vertretung während seiner Abwesenheit zu sorgen:
Grundsätzlich ist ein Vertragsarzt der gleichen Fachrichtung wie der Vertretene oder ein Arzt, der die Voraussetzungen für eine entsprechende Arztregistereintragung erfüllt (d. h. Approbation und Facharztanerkennung für die jeweils zu vertretende Fachrichtung) zu benennen. Auch hat sich der abwesende Vertragsarzt im Vorfeld der Vertretung selbst über das Vorliegen entsprechender Qualifikationen des Vertretungsarztes für die Erbringung genehmigungspflichtiger Leistungen (z. B. Röntgen) oder sonstiger qualifikationsabhängiger Leistungen selbst zu vergewissern.

Außerdem ist darauf zu achten, dass die Vertretung nicht zu weit entfernt von der Praxis ist und ab dem ersten Abwesenheitstag zur Verfügung steht.

Ein Verweis auf den ärztlichen Bereitschaftsdienst ist ungenügend. Letzterer ist nur dazu da, während der sprechstundenfreien Zeiten die Notfallversorgung als Hausbesuchsleistung sicherzustellen.

Den Patienten muss die Abwesenheit und die Praxisvertretung durch eine geeignete Bekanntgabe, z. B. durch Aushang an der Praxis, Zeitungsinserat oder Besprechung des Anrufbeantworters mitgeteilt werden.

 

Stand: 01.01.2016

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