Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Frage an den Patienten- und Pflegebeauftragten

Wahlleistungsvereinbarung im Krankenhaus

Frau A fragt:
Ich muss demnächst stationär im Krankenhaus behandelt werden. Da ich nicht im Mehrbettzimmer liegen mag, habe ich schon vor langer Zeit für solche Fälle eine private Zusatzversicherung abgeschlossen. Wenn ich mich richtig erinnere, schließt die Zusatzversicherung auch die Chefarztbehandlung ein. Diese Zusatzleistungen möchte ich jetzt unbedingt in Anspruch nehmen. Was muss ich tun, damit ich diese Leistungen auch wirklich bekomme und worauf muss ich achten?

Der Patienten- und Pflegebeauftragte antwortet:
Ich empfehle Ihnen, sich Ihren Vertrag für die private Zusatzversicherung noch einmal genau anzuschauen und zu prüfen, welche Leistungen hier tatsächlich enthalten sind. Die Inanspruchnahme von Wahlleistungen im Krankenhaus kann erhebliche finanzielle Belastungen für Sie mit sich bringen, falls Ihre Zusatzversicherung die Zusatzleistungen nicht abdecken sollte.

Bei der Aufnahme im Krankenhaus schließen Sie dann mit dem Krankenhaus eine schriftliche Vereinbarung über die gewünschten Wahlleistungen. Die Kosten für Wahlleistungen dürfen von dem Krankenhaus oder dem behandelnden Arzt nur dann in Rechnung gestellt werden, wenn sie mit dem Patienten vor Erbringung der Leistung schriftlich vereinbart worden sind. Die Wahlleistungsvereinbarung soll die nachfolgenden Punkte enthalten: 

  • Die Charakterisierung der einzelnen Wahlleistungen: dabei soll zum Ausdruck kommen,   dass hierdurch - ohne Rücksicht auf Art und Schwere der Erkrankung - die persönliche Behandlung durch die liquidationsberechtigten Ärzte sichergestellt werden soll.
     
  • Einen Hinweis darauf, dass sich bei der Inanspruchnahme wahlärztlicher Leistungen die Vereinbarung zwingend auf alle an der Behandlung des Patienten beteiligten liquidati-onsberechtigten Ärzte erstreckt.
     
  • Eine kurze Erläuterung der Preisermittlung für ärztliche Leistungen nach der Gebühren-ordnung der Ärzte (GOÄ).
  • Ein Hinweis darauf, dass die Gebührenordnung für Ärzte auf Wunsch eingesehen werden kann.
     
  • Einen Hinweis darauf, dass die Vereinbarung wahlärztlicher Leistungen eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung zur Folge haben kann.

Das Krankenhaus muss Sie also umfangreich über die Folgen der Wahlleistungsvereinbarung aufklären, insbesondere auch darüber, dass Sie die notwendige medizinische Versorgung auch ohne Abschluss einer Wahlleistungsvereinbarung durch hinreichend qualifizierte Ärzte erhalten.

Stand: 1.7.2016

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