Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Frage an den Patienten- und Pflegebeauftragten

Kostenübernahme für eine Haushaltshilfe

Frau S. fragt:
Mein erwachsener Sohn ist nach einem Unfall im Krankenhaus. Er soll nächste Woche entlassen werden, obwohl er noch nicht alleine zurechtkommt. Da er kaum laufen kann, kann er sich nicht selbst versorgen.  Er lebt allein und zu weit entfernt von mir, als dass ich mich um ihn kümmern könnte. Eine vorübergehende Unterstützung durch eine Haushaltshilfe wäre sehr hilfreich. Soviel ich weiß, hat man auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse aber nur einen Anspruch, wenn ein Kind unter 12 Jahren im Haushalt lebt. Welche Möglichkeiten hat mein Sohn, als Single?
 

Der Patientenbeauftragte antwortet:
Die Haushaltshilfe kann seit 1.1.2016 auch beantragt werden, wenn kein Kind unter 12 Jahren im Haushalt lebt und der Versicherte so schwer erkrankt ist, dass er den Haushalt nicht selbst versorgen kann und auch sonst niemand im Haushalt lebt, der die Aufgabe übernehmen könnte. Infrage kommt eine Beantragung insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt, einer ambulanten Operation oder nach einer ambulanten Krankenhausbehandlung.

Die Haushaltshilfe muss vorab bei der Krankenkasse beantragt werden. Dabei ist der Sozialdienst der Klinik behilflich. Der Anspruch besteht längstens für die Dauer von vier Wochen. In den Fällen, bei denen ein Kind im Haushalt lebt, das bei Anspruchsbeginn das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, verlängert sich die Anspruchsdauer auf längstens 26 Wochen.

Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, müssen pro Tag die gesetzliche Zuzahlung in Höhe von zehn Prozent der Kosten leisten. Dabei beträgt die Zuzahlung mindestens 5 Euro, aber höchstens 10 Euro pro Kalendertag. Nur für Schwangere ist die Inanspruchnahme zuzahlungsfrei.

Bei der Suche nach einer Haushaltshilfe ist die Krankenkasse behilflich. Die Krankenkassen haben mit geeigneten Organisationen entsprechende Verträge geschlossen. Die Inanspruchnahme einer selbstbeschafften Haushaltshilfe ist nur möglich, wenn vor Ort keine Haushaltshilfe durch eine Ver-tragsorganisation beschafft werden kann oder ein triftiger Grund vorliegt, eine solche nicht in Anspruch zu nehmen.

Auch Verwandte können einspringen, allerdings ist lediglich eine Erstattung der Fahrkosten und des Verdienstausfalles möglich wenn Verwandte und Verschwägerte bis zum 2. Grad die Aufgabe übernehmen.

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