Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Frage an den Patienten- und Pflegebeauftragten

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nach stationärer Krankenhausbehandlung

Frau F. fragt:
Ich muss in einer Woche ins Krankenhaus und mich einer Fußoperation unterziehen. Der behandelnde Orthopäde hat mir bereits gesagt, dass ich danach eine Weile nicht arbeiten kann, weil ich den Fuß nicht belasten darf. Ich bin im Verkauf tätig und muss dabei zwangsläufig viel stehen. Sorgen mache ich mir, weil ich gehört habe, dass Krankenhäuser keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen und auch keine Medikamente verordnen dürfen. Ich kann aber nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nicht zum Arzt gehen, weil ich nicht laufen kann. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zur Vorlage bei meinem Arbeitgeber brauche ich unbedingt, zudem werde ich Schmerzmittel brauchen.

Der Patienten- und Pflegebeauftragte antwortet:
Ich verstehe Ihre Sorge, aber der Gesetzgeber hat mit dem Gesetz zur Stärkung der Versorgung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-VSG) hier bereits Abhilfe geschaffen. In § 39 Abs. 1a Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) ist festgelegt, dass die Krankenhausbehandlung ein Ent-lassmanagement umfasst zur Unterstützung einer sektorenübergreifenden Versorgung der Versi-cherten beim Übergang in die Versorgung nach Krankenhausbehandlung. Das heißt, der Patient hat jetzt einen Anspruch darauf, dass das Krankenhaus für eine sachgerechte Anschlussversorgung des Patienten sorgt.

Dazu gehört auch, dass das Krankenhaus die durchgehende Versorgung des Patienten mit Arz-neimitteln nach dem Krankenhausaufenthalt sicherstellen muss. Wenn eine Versorgung mit Arz-neimitteln unmittelbar nach der Entlassung erforderlich ist, kann das Krankenhaus eine Packungsgröße mit dem kleinsten Packungskennzeichen gem. der Packungsgrößenverordnung verordnen. Sofern auf die Entlassung ein Feiertag oder Wochenende folgt, kann die Versorgung mit den notwendigen Arzneimitteln auch durch Mitgabe erfolgen.

Soweit es für die Versorgung des Patienten unmittelbar nach der Entlassung aus dem Krankenhaus erforderlich ist, kann das Krankenhaus  auch die Arbeitsunfähigkeit für einen Zeitraum von bis zu sieben Kalendertagen nach der Entlassung feststellen. Wenn die Arbeitsunfähigkeit allerdings weiter andauert, als das Krankenhaus festgestellt hat, ist für die Folgebescheinigung der weiterbehandelnde Arzt zuständig.

Das Krankenhaus informiert den weiterbehandelnden Arzt oder die weiterbehandelnde Einrichtung über die medikamentöse Therapie und die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit.

 

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