Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Frage an den Patienten- und Pflegebeauftragten

Heilpraktiker und Vertragsärzte mit Zusatzausbildung

Frau L. fragt:

In meinem Bekanntenkreis gehen viele zu einem Heilpraktiker, der sehr gelobt wird, vor allem wegen seiner ganzheitlichen Betrachtungsweise. Da ich seit Jahren lediglich Symptome bekämpfe, die mehr oder weniger niedergehalten werden, würde ich auch gern einmal zu diesem Heilpraktiker gehen. Meines Wissens werden Kosten für Heilpraktiker von den gesetzlichen Krankenkassen aber nicht übernommen. Oder gibt es auch Ärzte der Schulmedizin, die zumindest eine ähnliche Herangehensweise haben?

Der Patienten- und Pflegebeauftragte antwortet:

Es ist zutreffend, dass die gesetzlichen Krankenkassen Kosten für Heilpraktiker grundsätzlich nicht übernehmen.

Einer ganzheitlichen Betrachtungsweise stehen jedoch auch viele der niedergelassenen Vertragsärzte aufgeschlossen gegenüber. Viele haben auch eine Zusatzausbildung und führen dementsprechende Zusatzbezeichnungen, wie z. B. Naturheilverfahren, Akupunktur, Homöopathie oder Umweltmedizin.

Die gesetzlichen Krankenkassen können ihren Versicherten besondere Versorgungsformen bzw. Tarife anbieten. Im Rahmen von Angeboten zur integrierten Versorgung können beispielsweise auch besondere Leistungen der ganzheitlichen Behandlung und Naturheilverfahren enthalten sein, die über die Leistungen in der Regelversorgung hinausgehen. Zudem kann Ihre Krankenkasse in ihrer Satzung u. a. die Übernahme der Kosten für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen (homöopathische, phytotherapeutische und antroposophische Arzneimittel) regeln und hierfür spezielle Prämienzahlungen durch die Versicherten vorsehen
(§ 53 Abs. 5 SGB V). Bitte erkundigen Sie sich hiernach bei Ihrer Krankenkasse.

 

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