Bayerisches Staatsministerium für
Gesundheit und Pflege

Entlassmanagement

Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (Versorgungsstärkungsgesetz – VSG) am 23.7.2015 hat der Gesetzgeber durch Änderung des § 39 Abs. 1 SGB V „Krankenhausbehandlung“ das Entlassmanagement, das bereits Teil einer Krankenhausbehandlung war, verbessert. Ziel der Gesetzesänderung war, den Übergang von der stationären Krankenhausversorgung in eine andere anschließende Versorgung (ambulant, Reha oder Pflege) für Patienten reibungsloser zu gestalten.

Bis zum 31.12.2015 sollten die Einzelheiten in einem Rahmenvertrag zwischen dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen, dem Spitzenverband Bund der Pflegekassen, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft geregelt werden. Die Einigung zwischen den Vertragsparteien hat aufgrund unterschiedlicher Auffassungen sehr viel länger gedauert. Der Rahmenvertrag über das Entlassmanagement tritt nun mit eineinhalbjähriger Verspätung zum 01.10.2017 in Kraft.

Die Regelung gilt für alle Entlassungen von Patienten aus voll- und teilstationären sowie stationsäquivalenten Behandlungen durch das Krankenhaus, auch wenn die Behandlung im Rahmen der belegärztlichen Versorgung durchgeführt wurde. Der Patient muss über das Entlassmanagement informiert und seine  Einwilligung dazu eingeholt werden. Sowohl die Einwilligung als auch eine Ablehnung müssen in der Patientenakte dokumentiert werden.

Für den Patienten ist wichtig zu wissen, dass im Rahmen des Entlassmanagements

  • der voraussichtliche Bedarf an Weiterversorgung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus anhand schriftlicher Standards durch ein multiprofessionelles Team (z.B. Ärzte, Pfleger, Sozialdienst) festgestellt wird,
  • falls notwendig, ein Entlassplan erstellt wird
  • die notwendigen Maßnahmen, rechtzeitig eingeleitet und
  • der weiterbehandelnde Arzt oder die weiterbehandelnde Einrichtung rechtzeitig informiert werden.

Bei Bedarf bindet das Krankenhaus die Angehörigen mit ein. Am Entlasstag erhält der Patient und mit dessen Einwilligung auch der weiterbehandelnde Arzt einen vorläufigen Entlassbrief, der auch die Kontaktdaten des für das Entlassmanagement Verantwortllichen enthält.

Im Rahmen des Entlassmanagements kann das Krankenhaus je nach Erfordernis, zukünftig Verordnungen für

  • Arzneimittel (kleinste Packungsgröße)
  • Heil- und Hilfsmittel
  • Häusliche Krankenpflege
  • Soziotherapie

für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen ausstellen und auch die Arbeitsunfähigkeit bescheinigen.

Der Rahmenvertrag nebst Anlagen kann beim Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen nachgelesen werden:

https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/krankenhaeuser/entlassmanagement/entlassmanagement.jsp